intuitiv richtig – Psychologische Beratung
Dr. phil. Peter Flury-Kleubler, Psychologe FSP, Einzel- und Paarberatung, St. Gallen

Schlüsselbegriffe kurz erklärt

Stress

Stress ist eine erhöhte Aktivierung des Sympathikus und weiterer Strukturen (vgl. Aktivierung), um Herausforderungen des Lebens (Stressoren) bewältigen zu können. Stress ist eine normale, zum Leben gehörende Reaktionsweise des Organismus.


Innert Sekunden erfolgt eine Aktivierung der Sympathikus-Nebennierenmark-Achse. Der Sympathikus setzt Noradrenalin frei, das im Nebennierenmark zur Ausschüttung von Adrenalin führt. Diese Reaktion dient der Energiemobilisierung. Sie ermöglicht Bewegung und dadurch in einer Gefahrensituation Kampf oder Flucht.

Innert Minuten folgt dann eine Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Diese führt zu einer Freisetzung des corticotropin-freisetzenden Hormons im Hypothalamus, zu einer ACTH-Freisetzung im Hypophysenvorderlappen und einer Cortisol-Freisetzung in der Nebennierenrinde. Cortisol dämpft die Noradrenalin- und Adrenalin-Wirkungen der Sympathikus-Nebennierenmark-Achse. Die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse dient der Anpassung des Organismus an das Fortdauern der Stresssituation, indem dieser seinen Energiebedarf für andere Funktionen zugunsten der Stressreaktion reduziert. Dies erfolgt insbesondere durch Entzündungshemmung und Immunsuppression.

Zum Problem wird Stress, wenn er nicht mehr aufhört und der Sympathikus langfristig erhöht aktiviert bleibt. Es ist lebenswichtig, Dauerstress rechtzeitig zu stoppen!

Dauerstress hat Folgen. Wo sich diese zuerst zeigen, hängt von individuellen Faktoren ab. Zu den Stressfolgen gehören:

  • verminderte Widerstandskraft gegen Infektionen und Krebs
  • Schlafstörungen (erschwertes Einschlafen und Durchschlafen)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • erhöhter Blutzuckerspiegel, Leber- und andere Organerkrankungen
  • erhöhter Cholesterinspiegel, erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • verminderte Darmtätigkeit, Magen-Darm-Erkrankungen
  • erhöhter Muskeltonus, Verspannungen, Haltungsschäden, Gelenksschäden und Spannungskopfschmerz
  • beeinträchtigte Sexualität (Erektionsstörungen, fehlende vaginale Lubrikation, Schmerzen, fehlende Lust)
  • riskanteres Verhalten, Unfälle und Straftaten
  • Depression
  • Burnout

Weitere Information: Stress, Stressbewältigung und Stressvorsorge

 

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