intuitiv richtig – Psychologische Beratung
Dr. phil. Peter Flury-Kleubler, Psychologe FSP, Einzel- und Paarberatung, St. Gallen

Schlüsselbegriffe kurz erklärt

Sicherheit

Sicherheit ist die gefühlte Einschätzung, wie gut eine Situation für unser Leben ist. Unser Körper schätzt ständig ab, ob wir sicher sind oder in Gefahr. Das läuft überwiegend automatisch ab und unbewusst.


Wähnt sich der Körper in Gefahr, macht er sich bereit zu flüchten oder zu kämpfen. Wir werden nervös. Das ist die Wirkung der vom Körper ausgeschütteten Stresshormone, die uns flucht- und kampffähig machen. Stuft der Körper eine Situation als aussichtslos ein, so dass uns weder Flucht noch Kampf eine Chance bieten, bleibt nur noch die Möglichkeit, regungslos zu verharren. Wir werden handlungsunfähig, fühlen uns gelähmt und ohnmächtig.

Fühlt sich der Körper sicher, stehen uns die differenzierten Möglichkeiten des Geistes zur Verfügung. Wir können klar denken, verstehen und sprechen. Und wir sind motiviert, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten. Wir nehmen die Signale wahr, wie es ihnen geht, und können uns in sie hineinversetzen.

Neurozeption ist gemäß der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges der unbewusst ablaufende Erkenntnisprozess, über den das Nervensystem einschätzt, wie sicher eine Situation für unser Leben ist.

Gefühlte Sicherheit ist die Voraussetzung, um mit einem anderen Menschen konstruktiv ins Gespräch zu kommen. Sobald der eine, der andere oder beide sich verunsichert fühlen, kann man nicht mehr miteinander reden. Jedes Wort kann eine Verteidigungsreaktion auslösen oder einen Gegenangriff. Streit bricht aus.

So ist das Ausmaß an gefühlter Sicherheit einer der wichtigsten Anhaltspunkte, wo wir stehen. Sobald es unsicher wird, hat die Wiederherstellung gefühlter Sicherheit oberste Priorität.

 

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Dr. phil. Peter Flury-Kleubler, Psychologe FSP, Einzel- und Paarberatung, St. Gallen