Schlüsselbegriffe kurz erklärt

 

Aktivierung

 

Wenn in der Körperarbeit von unterschiedlichen Aktivierungszuständen gesprochen wird, ist normalerweise die Aktivierung des Sympathikus gemeint.

 

 

Eine differenziertere Sichtweise verlangt allerdings eine Betrachtung sämtlicher Teile des autonomen Nervensystems (vgl. Polyvagal-Theorie):

 

Ventraler Vagus: Eine Aktivierung des ventralen Vagus ist Voraussetzung für die Fähigkeit zu Kommunikation und sozialem Kontakt, verbunden mit Mimik, Gestik, Prosodie und der Fähigkeit, menschliche Stimmen aus Hintergrundgeräuschen herauszuhören. Der ventrale Vagus hat im Wechselspiel mit dem dorsalen Vagus auch eine Reihe regenerativer Funktionen.

 

Sympathikus: Der Sympathikus bereitet den Organismus darauf vor, mittels Muskelaktivität äußeren Herausforderungen gewachsen zu sein. Wenn der Organismus auf der Basis von (bewusster oder unbewusster) Sinnesinformation eine Situation als unsicher bewertet, versetzt er sich in Kampf- und Fluchtbereitschaft. Der Sympathikus ist aber auch im Falle sexueller Erregung aktiviert, wobei in diesem Fall die gleichzeitige Aktivierung des ventralen und des dorsalen Vagus Voraussetzung für Intimität und sexuelle Vereinigung ist.

 

Dorsaler Vagus: Der dorsale Vagus immobilisiert den Organismus. Die Wirkung einer Aktivierung des dorsalen Vagus hängt davon ab, ob der Organismus eine Situation als sicher oder gefährlich bewertet. Wenn sich der Organismus in Sicherheit wähnt, werden der Regeneration oder der sexuellen Vereinigung dienende Körpervorgänge aktiviert. Erlebt jemand eine Situation jedoch als Überforderung, entsteht bei einer sehr starken Aktivierung des dorsalen Vagus ein Zustand der Dissoziation (Depersonalisierung, Bewusstseinsverlust, Schmerzfreiheit) oder Immobilisation (Lähmung, Handlungsunfähigkeit, Resignation). Gelingt es nicht, die damit einhergehende Aktivierung des Sympathikus wieder durch Trauern und Zittern abzubauen, entsteht daraus eine posttraumatische Belastungsstörung (vgl. Trauma).

 

Zwischen den verschiedenen Teilen des autonomen Nervensystems bestehen teilweise antagonistische Wechselwirkungen.

 

Mit meinem Beratungsangebot unterstütze ich Sie dabei, ihren aktuellen Aktivierungszustand zu erkennen und zu steuern.

 

 

intuitiv richtig – Psychologische Beratung

Dr. phil. Peter Flury-Kleubler, Psychologe FSP, Einzel- und Paarberatung, St. Gallen